Informationsbericht zum Karatu Sonntag 2017

Informationsbericht zum Karatu-Sonntag 2017

Meinem Informationsbericht  möchte ich ein Wort von Friedrich von Bodelschwingh voranstellen, der gesagt hat: „Wir können Orte schaffen, von denen der helle Schein der Hoffnung in die Dunkelheit der Erde fällt“. Verbunden mit diesem Wort möchte ich meinen herzlichen Dank an Sie weitergeben, die Sie im vergangenen Jahr die Partnerschaftsarbeit auf vielfältige Weise unterstützt und begleitet haben.

Durch den großen Erlös einschl. der Gottesdiensteinlagen beim letztjährigen Karatu-Sonntag von 4.500, Euro, dem Adventscafé des Frauenkreises  und verschiedener Einzelspender, welche die Arbeit z. T. seit vielen Jahren treu unterstützen, konnten wir mithelfen, den hellen Schein der Hoffnung in unser Partnerdekanat Karatu und in die Partnergemeinde Kilimamoja zu tragen.

Das Ausbildungszentrum in Kilimamoja, in dem 2007 mit der Schneiderinnen-Ausbildung von
10 jungen Frauen begonnen wurde, wird heute von 29 Schülerinnen besucht, die neben dem praktischen Teil auch Unterricht in Englisch, Kisuaheli, Mathematik und Bibelkunde erhalten. Diese zweijährige Ausbildung wird nach staatlich anerkannten Richtlinien durchgeführt. Der Vorsitzende der Schule schrieb vor einigen Tagen, dass die Nachfrage nach einem Ausbildungsplatz stetig wächst, was sicher auch in der guten Arbeit der Schulleiterin gegründet ist. Ich denke, hier erhalten junge Frauen wirklich eine gute Perspektive für ihren weiteren Lebensweg. In diesem Jahr konnten wir erneut für fünf Schneiderinnen-Schüler, die nicht in der Lage waren, die Schulgebühren aufzubringen, dank Ihrer Hilfe die jährlichen Ausbildungs-kosten von 50,- Euro übernehmen.  Neben der Schneiderinnen-Schule gehört zum Ausbildungs-zentrum ein Kindergarten, der von 60 Kindern, 30 am Vormittag und 30 am Nachmittag besucht wird. Kindergärten sind eine sehr große Hilfe. Die Kinder bekommen eine warme Mahlzeit und werden von einer ausgebildeten Erzieherin gut betreut und auf die Schule vorbereitet. Das Gehalt der Erzieherin übernehmen wir zu 80 %, das sind monatlich 60,- Euro. Anfang dieses Jahres konnten wir den Kindern mit neuen Matten, einer Schaukel und einer Rutsche große Freude bereiten – sie können es draußen an den Bildertafeln sehen.

Das neue Gemeinschaftshaus, das den Kindergarten und die Schneiderinnen-Schule verbindet, ist mit Leinburger Spenden nach dreijähriger Bauzeit fast fertiggestellt und sehr schmuck geworden. Das Gebäude ist vor allem zum Aufenthalt, für Andachten und zum Essen für die Schülerinnen gedacht, da dies bisher nur im Freien möglich war. Schön wäre es, wenn in diesem Jahr, ich hoffe auch mithilfe des heutigen Tages,  die Innenausstattung mit Stühlen, Tischen und einer kleinen Küche vorankäme. 

Aus der Gemeinde Kilimamoja erreichte uns die dringende Bitte, das Stipendium für einen jungen Mann zur Ausbildung zum Evangelisten (was unserer Diakonen Ausbildung ähnelt) und einer jungen Frau zur Sozialarbeiterin für die Arbeit später dann in der Gemeinde zu finanzieren. In der Hoffnung und im Vertrauen darauf, dass weiterhin viele Gemeindeglieder die Partnerschaftsarbeit mit Karatu unterstützen, haben wir zugesagt, die drei- bzw. vierjährige Ausbildung zu übernehmen. In der weit verzweigten Gemeinde Kilimamoja sind einige schon sehr ältere Mitarbeiter tätig, die darauf hoffen, die Jugend-, Frauen- und Sozialarbeit dann in jüngere Hände übergeben zu können.

Daneben erreichen uns immer wieder viele Anfragen, was die diakonische Arbeit und die Unterstützung von Aids-Waisen betrifft. Hier konnten wir – wenn auch mit einem relativ kleinen Budget – finanzielle Unterstützung leisten bei Operationen sowie bei der Anschaffung von Hilfsmitteln wie Rollstühlen und Prothesen und auch den Schulbesuch von Aids-Waisen bezuschussen.

Neben der finanziellen Unterstützung ist der persönliche Austausch und die Begegnung eine wichtige Säule in der Partnerschaftsarbeit. So freuen wir uns, dass in diesem Sommer sechs Jugendliche aus dem Dekanat Karatu unser Altdorfer Dekanat für drei Wochen besuchen wollen und auch mit Leinburger Jugendlichen hier im Gemeindezentrum ins Gespräch kommen möchten. Im nächsten Frühjahr können wir 40 Jahre Partnerschaft zwischen den Dekanaten Karatu und Altdorf feiern. Dazu planen wir, eine kleine Delegation aus Karatu zu uns einzuladen – auch nach Leinburg. Große Sorgen hat den Menschen im Dekanat Karatu die extreme, lang anhaltende Dürre bereitet, da die sonst üblichen Regenzeiten ausgeblieben sind. In der letzten Mail stand jedoch die gute Nachricht, dass es nun geregnet hat und sie doch noch auf eine – wenn auch kleine - Ernte hoffen. Zum heutigen Karatu-Sonntag wurden uns viele Grüße, verbunden mit dem Dank für alle Unterstützung,  und Segenswünsche an uns als Gemeinde übermittelt und dass sie uns in ihren Gebeten begleiten. Und hier wird für mich der tiefere Sinn unserer Partnerschaft, das gegenseitige Geben und Nehmen, deutlich.

 

Nochmals herzlichen Dank für Ihr Interesse und für alle Ihre bisherige Hilfe, mit der der helle Schein der Hoffnung sichtbar weitergegeben werden konnte. Und mein Wunsch - bleiben Sie der Partnerschaft auch weiterhin verbunden.

Asante sana.                                              Renate Endreß