Informationsbericht zum Karatu-Sonntag 2019

Meinem diesjährigen Informationsbericht möchte ich ein afrikanisches Sprichwort voranstellen, das heißt: „Der Fluss ist voller kleiner Bäche“. Wir feiern heute unseren Karatu-Sonntag zum 25. Mal. Aus kleinen Anfängen – wir verkauften damals nach dem Gottesdienst Schmalz – und Schnittlauchbrote –hat sich nun seit vielen Jahren unser schönes afrikanisches Gemeindefest entwickelt. Vor allem in unserer Partnergemeinde Kilimamoja ist vieles entstanden und auf den Weg gebracht worden – auch dank der langjährigen Unterstützung der Leinburger Kirchengemeinde. So möchte ich allen herzlich danken, die Sie die Partnerschaftsarbeit auf vielfältigste Weise unterstützt und begleitet haben.

Waren es am Anfang Kirchenbauten in Kilimamoja sowie eine kleine Krankenstation, so wurde 2005 mit dem Bau eines Ausbildungszentrums begonnen, in welchem seit 12 Jahren junge Frauen und Mädchen zu Schneiderinnen – mit einem staatlichen Zertifikat – ausgebildet werden. Über 120 Schülerinnen haben inzwischen die zweijährige Ausbildung absolviert und sie sind – wie Pfarrer Kwayu schreibt „ für die Selbständigkeit ausgebildet worden und haben die Gefahr der Armut überwunden“. Frauen sind oftmals das wirtschaftliche Rückgrat in ihren Familien. In diesem Jahr konnten wir erneut für fünf Schneiderinnen-Schüler, die nicht in der Lage waren, die Schulgebühren aufzubringen, dank Ihrer Hilfe die jährlichen Ausbildungskosten von 50,- Euro übernehmen.  Ebenfalls zum Ausbildungszentrum wurde ein Kindergarten errichtet, der von 74 Kindern, 37 am Vormittag und 37 am Nachmittag besucht wird. Die Kinder bekommen eine warme Mahlzeit und werden von einer ausgebildeten Erzieherin und einer Helferin gut betreut und auf die Schule vorbereitet. Das Gehalt der Erzieherin übernehmen wir zu 70 %, das sind monatlich 55,- Euro. Groß war die Freude, dass im vergangenen Jahr nun die Meeting-Hall, das neue Gemeinschaftshaus, das den Kindergarten und die Schneiderinnen-Schule verbindet, nach dreijähriger Bauzeit fertiggestellt wurde. Das Gebäude dient vor allem zum Aufenthalt, für Andachten und zum Essen für die Schülerinnen, da dies bisher nur im Freien möglich war.

Im letzten Frühjahr hatten wir mit Evangelist Aloyce Sulle Besuch aus unserer Partnergemeinde hier in Leinburg. Er war Mitglied einer Delegation, die unser Altdorfer Dekanat besucht hat. Viele von Ihnen haben ihn im Gottesdienst und hernach beim Kirchencafé kennengelernt. In Gesprächen haben wir besonders die Bitte herausgehört, dass für den Kindergarten ein Toilettengebäude dringend notwendig wäre. Dank des Erlöses vom letzten Karatu-Sonntag, von Einzelspendern sowie von Aktivitäten des Kindergottesdienstes und des Frauenkreises konnte innerhalb weniger Monate – trotz des großen Wassermangels in Kilimamoja - ein Toilettengebäude mit Wasch-und Duschraum errichtet werden und die Gemeinde hat sich sehr herzlich dafür bedankt und geschrieben, es sei ein „Segen für die Kinder“.  Bilder sind draußen an der Info-Wand zu sehen.

Desweiteren unterstützen wir im dritten Ausbildungsjahr einen jungen Mann aus Kilimamoja zum Evangelisten (was unserer Diakonenausbildung ähnelt) und das Stipendium einer jungen Frau zur Sozialarbeiterin für die Arbeit in der weit verzweigten Gemeinde Kilimamoja.

Ein weiterer Bereich, der uns sehr am Herzen liegt, ist die Behindertenarbeit, sowie die Hilfe für Aids-Waisen. Mit Pfr. Robert Temba haben wir einen sehr engagierten Partner im Dekanat Karatu, der die Anschaffung von Rollstühlen, Prothesen und Transportmitteln koordiniert.  Hier konnten wir finanzielle Unterstützung leisten und mit zweckbestimmten Spenden den Schulbesuch von Aids-Waisen bezuschussen.

Der Fluss ist voller kleiner Bäche.“

Durch das Engagement so Vieler ist aus dem kleinen Rinnsal ein Fluss geworden, genährt von vielen Bächen, so dass wir weitergeben konnten und damit unsere Verbundenheit zu Christen in Tansania praktiziert haben.

                                             

Neben dieser finanziellen Unterstützung ist der persönliche Austausch und die Begegnung eine wichtige Säule in der Partnerschaftsarbeit.

So freuen wir uns, dass in diesem Sommer sechs Jugendliche aus unserem Altdorfer Dekanat für drei Wochen das Dekanat Karatu besuchen wollen und sich intensiv darauf vorbereiten. Drei der engagierten Mädels kommen aus dem Leinburger Ortsteil Weißenbrunn.

Große Sorgen hat den Menschen im Kilimamoja in den letzten Monaten die lang anhaltende Dürre bereitet, da die sonst üblichen Regenzeiten ausgeblieben sind und ein Teil der Aussaat Anfang April vertrocknete.  Vergangene Woche schrieb Pfarrer Kwayu jedoch, dass es seit zwei Wochen regnet und sie Gott danken, dass er die Menschen und die Natur damit segnet.

An alle Verantwortlichen in unserer Leinburger Gemeinde, an alle Gemeindeglieder und Freunde der Partnerschaft soll ich herzliche Grüße und Segenswünsche von ihm sowie vom Team des Ausbildungszentrums und des Kindergartens übermitteln, verbunden mit einem Dank für alle  Unterstützung und Freundschaft.

Diesem Dank für Ihr Interesse und alle bisherige Hilfe schließe ich mich an - und mein Wunsch:  bleiben Sie der Partnerschaft auch weiterhin verbunden. Asante sana.                                    

                                                                     Renate Endreß