Partnerschaft und Mission

Die Partnerschaft Leinburg - Kilimamoja

 

Informationsbericht zum Karatu - Sonntag 2020

 Seit über 40 Jahren besteht zwischen den evangelischen Dekanaten Karatu in Tansania und unserem Dekanat Altdorf eine Partnerschaft. Unser Partnerdekanat liegt im Norden Tansanias in der Kilimanjaro-Region in der Nähe der bekannten touristischen Ziele Ngorongoro-Krater und Serengeti-Steppe. Innerhalb dieser Dekanatspartnerschaft hat jede Gemeinde eine Partnergemeinde, bei uns ist dies Kilimamoja, mit der wir intensive Kontakte pflegen und eigene Projekte unterstützen. Vor zwei Jahren bekamen wir diesen bemalten Wandbehang aus Kilimamoja überreicht, der die Verbundenheit auf der Basis unseres gemeinsamen Glaubens wunderschön dokumentiert.

Auch an dem diesjährigen Karatu-Sonntag können wir auf ein lebendiges Partnerschaftsjahr zurückblicken. Viele Grüße, Wünsche und Gedanken wurden in E-mails und Briefen mit unserer Partnergemeinde Kilimamoja ausgetauscht, Sorgen wurden benannt und die Freude über schöne Ereignisse geteilt.  

So konnten im vergangenen Oktober in dem Ausbildungszentrum, das mit Leinburger Unterstützung finanziert wurde, wiederum 17 junge Frauen und Mädchen feierlich nach zweijähriger Schneiderinnen-Ausbildung ihr staatliches Zertifikat erhalten. Das ist in jedem Jahr ein großer Festtag für die ganze Gemeinde.

 

Das Ausbildungszentrum in Kilimamoja, dessen 1. Teil kurz vor meinem Besuch im Jahr 2007 fertiggestellt werden konnte, beherbergt außerdem einen Kindergarten, den momentan ca. 60 Kinder besuchen.

 

Aufgrund der großen Nachfrage, die sicherlich auch in der guten pädagogischen Arbeit der Erzieherinnen Ansila und Happy begründet ist, soll der Kindergarten nun um zwei Räume erweitert werden. Im Frühjahr konnten wir dank Ihrer vielfältigen Spenden 5.500,- Euro für den Rohbau überweisen. Hier soll der Erweiterungsbau entstehen.

 

In den vergangenen drei Jahren unterstützten wir die Ausbildung eines jungen Mannes aus Kilimamoja zum Evangelisten (was unserer Diakonenausbildung entspricht) und wir übernahmen das Stipendium einer jungen Frau zur Sozialarbeiterin. Nun arbeiten die beiden, Lukas und Sarah nach erfolgreichem Abschluss ihrer Ausbildung in unserer Partnergemeinde Kilimamoja und in den vielen weit auseinander gelegenen Gemeindeteilen. 

Hier die Kirche in Kilimamoja, welche die Gemeinde zur Zeit Stück für Stück vergrößert.

 

Besonders am Herzen liegt uns neben der Bildungsarbeit die Hilfe für behinderte Menschen. Mit Pfr. Robert Temba haben wir einen sehr engagierten Partner im Dekanat Karatu, der die Familien aufsucht und die Anschaffung von Rollstühlen, Prothesen und Transportmitteln koordiniert.

Auch in diesem Jahr konnten wir finanzielle Unterstützung leisten und mit einer zweckbestimmten Spende die medizinische Versorgung von Waisenkindern bezuschussen.

Neben dieser finanziellen Unterstützung ist der persönliche Austausch und die Begegnung eine wichtige Säule in der Partnerschaftsarbeit. So haben im vergangenen Sommer drei Mitglieder des Partnerschaftsausschusses unser Partnerdekanat besucht und sechs Jugendliche aus unserem Altdorfer Dekanat waren für drei Wochen zu Gast in Karatu, um sich mit tansanischen Jugendlichen auszutauschen und das lebendige Glaubens- und Gemeindeleben kennenzulernen. Dieses Bild hier zeigt die Begrüßungszeremonie in Kilimamoja.

 

Aktuell bereitet natürlich die Corona-Pandemie sehr große Sorge in Tansania. Aus der Hauptstadt Daressalam werden viele Erkrankungen gemeldet, die offiziellen Zahlen geben nur ungenügend die tatsächliche Infektionsrate wieder. Denn getestet wird kaum.  Der tansanische Präsident ruft die Menschen dazu auf, verstärkt gegen das Virus zu beten. Karatu selbst ist noch nicht so stark betroffen.

Dekan Panga aus Karatu schreibt: wir praktizieren immer noch Sonntagsgottesdienste, jedoch unter strengen Hygiene- und Distanzierungsmaßnahmen. Das Problem ist die Hygiene in den abgelegenen Dörfern und den kleinen, engen Kirchenräumen. Er schreibt weiter: Unsere Gesundheitseinrichtungen haben nicht genügend Schutzausrüstungen. Wir beten, dass sie geschützt werden. Ich bitte Sie, wenn möglich, dem lutherischen Karatu-Krankenhaus mit einigen Schutzausrüstungen und -materialien zu helfen.“

 

Diese Bitte kommt auch vom Chefarzt des Krankenhauses: „Wir sind als medizinisches Personal hier in unserer Einrichtung in einer sehr riskanten Situation, es fehlt an chirurgischen Masken, Schutzkleidung, OP-Handschuhen, Desinfektionsmitteln. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit uns zu helfen.“

In den eingangs erwähnten Briefen und e-mails werden immer wieder Grüße und Segenswünsche an alle Gemeindeglieder in Leinburg übermittelt und es wird der Dank für die langjährige Unterstützung und Freundschaft zum Ausdruck gebracht, den ich an diesem Tag gerne an Sie weitergebe. –

Diesem Dank für Ihr Interesse und für alle bisherige Hilfe schließe ich mich an - und mein Wunsch:  bleiben Sie der Partnerschaft mit Karatu, den Menschen in Kilimamoja, auch weiterhin verbunden. Asante sana – Herzlichen Dank 

Da es durch die Ausstrahlung dieses Video-Gottesdienstes möglich ist, ihn auch in Karatu und Kilimamoja mitzuerleben, möchten wir herzliche Grüße aus unserer Kirchengemeinde Leinburg nach Tansania senden:

Many greetings to Dean Panga, Mch. Goodluck Kwayu, the Chairman of the board Mr. Israel David, the Evangelists Sadock Mbise, Aloyce Sulle, Ismael Getei, Catherine Foya (I hope she is fine), Monica Anatoli, teacher Prisca John and Ansila Yotham, Happy Isaya and all other members.

May God bless you all. Mungu akubariki (Gott beschütze euch)

Renate Endreß, Partnerschaftsbeauftragte

 

 

 

Förderung der Erzieherinnen und Erzieher im Dekanat Karatu

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



In den Kindergärten des Partnerdekanats Karatu sind neunzehn Erzieherinnen und ein Erzieher tätig, deren zweijährige Montessori Fachausbildung im Rahmen der Partnerschaft gefördert wurden. Um einen regelmäßigen Kindergartenbetrieb sicherzustellen, haben sich die Gemeinden im Dekanatsbezirk Altdorf 2017 entschlossen, für weitere vier Jahre 70 Prozent der Gehälter, das entspricht monatlich Euro 60,-  je Erzieherin, zu übernehmen.
Eltern waren oftmals nicht in der Lage, einen Kostenbeitrag zu leisten und auch den Partnergemeinden im Dekanat Karatu fehlen häufig die Mittel zur Entlohnung der Erzieherinnen.

Dieses Projekt sichert nicht nur die Betreuung von Kindern, sondern hat darüber hinaus Modellcharakter für die tansanische Kirche. Es wertet die Stellung der Frau in der tansanischen Gesellschaft auf und stellt eine Würdigung der von den Erzieherinnen geleisteten Arbeit dar.

 

Ansprechpartner:
Renate Endreß, Tel. 09120/9817, Kristin Felsner, Tel. 09120/183 784

 

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 Die Partnerschaften im Dekanat Altdorf